• Hintergrund Projekte • Kontakt
   »  Obstbaumallee
   »  Energieberatung
   »  Mein Handeln
       ›  Idee
       ›  Themen
             Klima
             Strom
             Gas
             Urwald
             Geldanlage
       ›  Vortragsreihe
       ›  Ausblick
   »  Projektletter
           abonnieren!
 
 
 
 

Geldanlage

Wir legen Geld an, weil wir es gerade nicht brauchen bzw. später besser gebrauchen können als jetzt. Wir vertrauen unser Geld zur Aufbewahrung und Vermehrung verschiedenen Organisationen an. Diese verleihen unser Geld an Menschen, Unternehmen und Staaten, die gerade keines haben, aber welches brauchen.
In diesem Beitrag werden die Zwischenstationen unseres Geldes außerhalb unserer Hosentasche beleuchtet. Das sind die Stationen, in denen unser Geld viel bewirkt. Was, das können wir beeinflussen.





Inhalt


1
Was passiert mit meinem Geld?
1.1
Allgemeines Verständnis
1.2
Konkrete Beispiele
1.3
Vorläufiges Fazit

2
Wie kann ich sinnvolles mit meinem Geld bewegen?
2.1
Transparenz & Nachhaltigkeitskriterien
2.2
Anlagealternativen
2.3
Nachhaltigkeit hinterfragen

3
Unsere Empfehlungen
3.1
Banken
3.2
Investition
3.3
Beratung und Information

4
Hintergrund
4.1
Die Funktion des Geldes
4.2
Streumunition durch deutsche Gelder

5
Meinungen und Kommentare

6
Quellen und Hinweise

7
Autor






1 Was passiert mit meinem Geld?

1.1 Allgemeines Verständnis


Geld haben ist gut. Wir freuen uns, wenn wir genug Geld haben, um für später zu sparen. Für die Aufbewahrung des Geldes und - wenn möglich - um es zu vermehren, legen wir unser Geld an. Nehmen wir einmal an, uns stünden 10.000€ zur Verfügung. Die Hälfte davon bringen wir auf ein Sparkonto bei unserer Bank um die Ecke, mit 3.300€ schließen wir eine ganz normale Versicherung ab und 2.700€ investieren wir in herkömmliche Fonds und Aktien. Damit verursachen wir laut einer Studie im Auftrag des Umweltministeriums rund 5 Tonnen Treibhausgase im Jahr – das ist die Hälfte dessen, was jeder von uns ohnehin jährlich in die Luft bläst, um zu essen, zu heizen und zur Arbeit zu fahren [1].

Wie sich das zuträgt, möchten Sie wissen? Werfen wir einen Blick hinter die Kulissen unserer Bank um die Ecke und hinter die Mauern unserer Versicherungsgesellschaft. Dort sehen wir, dass unser Geld nicht etwa in einem sicheren Safe im Keller landet – nein! Um uns – den Anlegern – unsere Zinsen zahlen zu können, muss sich das Geld vermehren. Zusätzlich muss eine Bank, wie jedes andere Unternehmen auch, ihren Angestellten ein Gehalt zahlen, anfallende Kosten decken und will möglichst einen Gewinn erwirtschaften. Dazu verleiht sie unser Geld in Form von Krediten an Menschen, Unternehmen, Organisationen, Städte, Staaten… eigentlich jedem Kreditnehmer, von dem sie glaubt, dass der das Geld mit Zins und Zinseszins wieder zurückzahlen kann.

Wenn eine Bank nun einen besonders hohen Gewinn machen oder ihren Managern besonders hohe Gehälter zahlen möchte, muss sie Kreditnehmer finden, die bereit sind, besonders hohe Zinsen für den Kredit, also unser Geld, zu bezahlen. Die Bank sucht sich also gesunde und gut wirtschaftende Kreditnehmer wie Unternehmen, Organisationen oder Staaten. Allerdings liegt auch die Versuchung nahe, Gelder an moralisch zweifelhafte Kreditnehmer und deren Projekte zu geben. Dies können Unternehmen sein,
  • die die wahren Kosten ihres Produktes auf die Allgemeinheit übertragen, um selbst einen guten Gewinn zu machen (z.B. ein Kohlekraftwerk, das CO2 ausstößt, wobei den Klimawandel derzeit besonders Menschen in trockenen Ländern der Erde ausbaden und weniger diejenigen, die den Kohlestrom produzieren oder kaufen).
  • die in Branchen tätig sind, in denen viel Geld zu machen ist, z.B. in der Waffenproduktion oder der Gentechnik.
  • die in (halb-)kriminelle Machenschaften involviert sind, z.B. Zwangsprostitution und Menschenhandel, Kinderpornographie oder Drogenhandel.
Es können aber auch Staaten sein,
  • die in autoritärer Herrschaft ihre Bevölkerung unterdrücken und ausnehmen.
  • die weder Wert auf Umwelt- noch auf Sozialstandards legen.
  • die Menschenrechte missachten.

1.2 Konkrete Beispiele


In der Regel geben Banken die Namen ihrer Kreditnehmer nicht preis. Auf der Hetze nach dem schnellen Gewinn und aufgrund von immer komplexer werdenden Kreditmöglichkeiten verlieren einige Banken sogar selber den Überblick über ihre Kreditnehmer. (So ist übrigens die Finanzkrise entstanden.) Recherchiert von engagierten Reportern und Umweltorganisationen hier einige Beispiel-Kredite, die unsere Welt nicht besser machen:

Finanzierung von Waffenproduktion: Die Deutsche Bank stellt dem amerikanischen Unternehmen Textron zur Herstellung von Streubomben über 6 Millionen Dollar zur Verfügung [2]. Auch das Geld von Kunden der Landesbank Berlin und der Allianz, das diese in Riester-Fonds angelegt hatten, wurde zur Finanzierung von Streubomben eingesetzt [3]. Mal davon abgesehen, dass Krieg an sich vielleicht nicht unterstützenswert ist, sind 98% der Opfer von Streubomben Zivilisten [4].

Finanzierung der Atomindustrie: JP Morgan Chase finanziert mit 300 Millionen Dollar die Kayelekera Mine des australischen Unternehmens Paladin Energy in Malawi. Hier wird Uran abgebaut. Weitere Geldgeber sind u.a. die UBS, die Royal Bank of Canada sowie Barclays. Neben der umstrittenen Frage nach der Nachhaltigkeit von Atomenergie steht der Protest der katholischen Kirche. Sie behaupten, dass die Arbeitsbedingungen in der Kayelekera Mine gegen nationales Umweltrecht, sowie gegen die Menschenrechte verstösst [5].

Finanzierung repressiver Regimes: Die ING DiBa investiert über 14 Millionen Dollar in das chinesische Unternehmen PetroChina. Dieses schließt mit dem autoritären Regime in Burma einen Deal über die größte Auslandsinvestition in Burma zur Durchleitung von Gas. Dies wird der Erfahrung nach in großem Stil Vertreibungen und andere Menschenrechtsverletzungen zur Folge haben. PetroChina kauft darüber hinaus Öl aus dem Sudan, wobei die sudanesische Regierung den Krieg in Darfur zum größten Teil durch Einnahmen aus Ölverkäufen finanziert bzw. finanziert hat [6].

Finanzierung von Umweltzerstörung: AXA hält Aktien über 880 Millionen Dollar an dem Unternehmen Freeport McMoran. Das Unternehmen unterhält die "Grasberg Mine" auf der indonesischen Insel Papua. Papua ist mit einer außergewöhnlichen Artenvielfalt gesegnet. Leider lädt das Unternehmen täglich 230.000 Tonnen giftigen Müll in dem Fluß Aghawagon ab. So vernichten Kupfer, Arsen, Kadmium und Quecksilber das Leben des Flusses und machen ihn als Trinkwasser für die Bevölkerung ungenießbar. Nach Schätzungen des indonesischen Umweltministeriums werden dadurch in naher Zukunft 230km² des angrenzenden Urwaldes zerstört werden. Hinzu kommt, dass Freeport in Indonesien auch in Folter, Vergewaltigung und Deportationen involviert [7].


1.3 Vorläufiges Fazit


Wir können leider, aufgrund von Intransparenz der Finanzbranche im Allgemeinen und der Verschlossenheit der meisten Banken im Speziellen, nicht sicher gehen, dass unser angelegtes Geld nicht in derartige Kredite geleitet wird. Eine genauere Aussage lässt sich aufgrund dieser Intransparenz nicht treffen. Auf der Website www.banksecrets.eu können Sie sich jedoch noch eine ganze Reihe solcher Beispiele angucken.


2 Wie kann ich sinnvolles mit meinem Geld bewegen?

2.1 Transparenz & Nachhaltigkeitskriterien


Wenn wir entscheiden wollen, was mit unserem Geld passieren soll und was nicht, müssen wir zunächst wissen, was unsere Bank überhaupt mit dem Geld macht. Entweder Reporter und Umweltorganisationen recherchieren aufwändig, wo unser Geld hin fließt oder Banken machen es von sich aus nachvollziehbar. Diese Transparenz geht in der Regel mit einem Nachhaltigkeitsanspruch einher. Auch andere Anbieter von Finanzprodukten, z.B. Versicherungen, bieten vermehrt nachhaltige Alternativen an. Dabei gibt es unterschiedliche Ansätze, wie Nachhaltigkeit gesichert wird:
  • Negativkriterien/Ausschlusskriterien: Diese Kriterien legen fest, an welche Produkte angelegtes Geld nicht gegeben wird - Waffenproduktion, Atomkraft, Tierversuche, etc.
  • Positivkriterien: Diese Kriterien legen fest, an welche Produkte angelegtes Geld vergeben werden kann. So müssen Kreditnehmer zum Beispiel ausschließlich ökologische und soziale Projekte oder Unternehmen darstellen.
  • Best-in-Class Ansatz: Hier werden die besten und nachhaltigsten Unternehmen einer Branche ausgewählt. Der Ansatz ist umstritten, da hier lediglich das "Wie", nicht jedoch das "Was" beurteilt wird. So würden die meisten Menschen den energieeffizientesten Waffenhersteller nicht als nachhaltig beurteilen.
  • Mitbestimmung: Bei bestimmten Anlageprodukten können wir direkt mitbestimmen, in welche Bereiche unser Geld fließt. Konkreten Einfluss bekommt man beispielsweise bei bestimmten Fonds, Genußcheinen oder auch normalen Sparkonten.
Die unterschiedlichen Ansätze werden oft miteinander kombiniert. Entscheidend ist jedoch, dass Transparenz gegeben ist.


2.2 Anlagealternativen


Es gibt verschiedene Möglichkeiten, unser Geld an Banken oder andere Finanzinstitute weiterzugeben – mit unterschiedlich starker Wirkung auf unsere Umwelt und unser soziales Umfeld. In Anlehnung an das Magazin ECOreporter.de [8] soll Ihnen dieser Abschnitt dafür einen groben Überblick geben. Hier werden ebenfalls Transparenz und Risiko der unterschiedlichen Anlagemöglichkeiten grob dargestellt.

Girokonto, Festgeld, Tagesgeld oder ein Sparplan bei sozial-ökologischen Banken
  • Hohe öko-soziale Wirkung: Diese Banken finanzieren erneuerbare Energien, ökologische Landwirtschaft, Schulen, Fairen Handel und andere nachhaltige Projekte und Unternehmen. Mit dem Geld wird also direkt ein ökologischer, sozialer oder kultureller Mehrwert geschaffen.
  • Hohe Transparenz: Sozial-ökologische Banken legen offen, in welche Bereiche das angelegte Geld fließt.
  • Niedriges Risiko: Die Banken gehören in der Regel der gesetzlichen Einlagensicherung oder anderen Sicherungseinrichtungen an.
Aktien von "grünen" Unternehmen
  • Niedrige öko-soziale Wirkung: Wenn man Aktien kauft, fließt das Geld an denjenigen, der die Aktien vorher besaß. Nur ganz zu Anfang kommt das Geld einmalig dem Unternehmen selber zu Gute. Der Nutzen von "grünen" Aktien besteht also im Imagegewinn des Unternehmens durch seinen steigenden Kurs. Dies erhöht zum Beispiel dessen Kreditwürdigkeit. "Grüne" Unternehmen können auch eine Vorreiter-Funktion übernehmen. Erfolgreiche Börsengänge in der Erneuerbare-Energien-Branche beispielsweise haben in den letzten Jahren neue Gründungen hervorgerufen.
  • Hohe Transparenz: Börsenaufsichtsbehörden haben anspruchsvolle Richtlinien, inwieweit Aktionäre informiert werden müssen.
  • Hohes Risiko: Börsenkrisen, Kriege oder auch mal das Wetter können Börsenkurse extrem schwanken lassen.
Bei Nachhaltigen offenen Fonds zahlen viele Anleger in einen Topf. Ein Fondsmanager verwaltet diesen Topf und investiert gemäß bestimmten Kriterien in Aktien, Rentenpapiere, etc.
  • Niedrige bis mittlere öko-soziale Wirkung: Hier kommt es darauf an, welche Kriterien ein Fonds anlegt. Die Hälfte der nachhaltigen Fonds nutzt den Best-in-Class Ansatz zur Auswahl der Investitionsmöglichkeiten [9]. Zudem ist entscheidend, in welche Anlagemöglichkeiten der Fonds investiert (z.B. Aktien: siehe öko-soziale Wirkung oben).
  • Hohe Transparenz: durch Jahresberichte und aufgeschlüsselte Kosten.
  • Mittleres Risiko: Dieses hängt beispielsweise davon ab, ob der Fondsmanager das Risiko auf viele verschiedene Bereiche verteilt oder lediglich in eine Branche investiert. Zudem spielt es eine Rolle, in welche Anlagemöglichkeiten investiert wird.
Bei Nachhaltigen geschlossenen Fonds wird meist für ein konkretes, nachhaltiges Projekt Geld eingesammelt. Wenn genug Geld beisammen ist, wird der Fonds geschlossen, und läuft meist 12 oder 20 Jahre.
  • Sehr hohe öko-soziale Wirkung: Der Anleger kann konkret entscheiden, was er finanzieren will, z.B. einen Windpark.
  • Niedrige bis mittlere Transparenz: Diese hängt individuell vom Anbieter ab.
  • Mittleres bis hohes Risiko: Dieses hängt individuell vom Produkt und dessen Management ab.
Kleinere Unternehmen, so auch "grüne", finanzieren immer öfter ihr Wachstum, indem sie Anlegern Genußcheine mit festen Zinsen und Laufzeiten und oft mit einer zusätzlichen Gewinnbeteiligung.
  • Hohe öko-soziale Wirkung: Vom Anleger konkret ausgewählte Unternehmen werden unterstützt.
  • Mittlere Transparenz: Diese hängt individuell vom Anbieter ab.
  • Mittleres Risiko: Dieses hängt individuell vom Produkt und dessen Management ab.
An dieser Stelle noch ein Zusatz zur Rendite: Die Jagd nach dem schnellen Geld ist meist mit einem hohen Risiko verbunden. Dem gegenüber stehen langfristig ausgelegte Investitionen. Nachhaltig ausgerichtete Unternehmen wirtschaften langfristig stabiler. Dies haben inzwischen über 900 weltweite Studien bewiesen [10]. Beispielsweise hat ein konventioneller Bauer mit seiner Monokultur und dazu nötigem hohen Pestizid- und Düngeeinsatz in wenigen Jahren den Boden ausgelaugt. Ein Bio-Bauer hingegen hält seinen Boden durch die naturnahe Landwirtschaft langfristig fruchtbar und erfreut sich konstanter Erträge. So bieten Nachhaltigkeitsbanken in der Regel marktübliche Zinsen und verzichten auf Lockangebote. Bei manchen Anbietern können Sie ihre Zinsen auch spenden.


2.3 Nachhaltigkeit hinterfragen


Die, insbesondere seit der Finanzkrise, ansteigende Nachfrage nach nachhaltigen Geldanlagen ruft mehr und mehr entsprechende Anbieter bzw. Produkte auf den Markt. Für die Qualität dieser Finanzprodukte gibt es bisher jedoch keine Standards. Man sollte daher bei seiner Geldanlage die Kriterien des Anbieters auf das persönliche Nachhaltigkeitsverständnis hin überprüfen. Zum Beispiel gibt es grüne Fonds, bei denen Investitionen in die Atomindustrie willkommen sind, da diese eine CO2-arme Energieproduktion biete und so zur Verlangsamung des Klimawandels beitragen soll. Allerdings sehen viele Menschen das ungelöste Problem der Endlagerung des Atommülls als unverantwortlich gegenüber nachkommenden Generationen und somit als nicht nachhaltig an.

Ein negatives Beispiel für ein Unternehmen, das zu den grünen Banken gehören wollte, war die Noa Bank, die im Sommer 2009 neu eröffnete. Sie lockte anfangs viele Anleger mit hohen Zinsen zu sich. Allerdings agierte die Noa Bank intransparent. Die Mitarbeiter hatten wenig Ahnung von Nachhaltigkeit noch vom Bankwesen. Kredite in nachhaltige Unternehmen konnten nicht umgesetzt werden. So wurde die Noa Bank bereits ein Jahr später von der BaFin gezwungen, Insolvenz anzumelden [11].

Ein weiteres Negativ-Beispiel lieferte im August 2009 die katholische PAX Bank. Diese hat die Investitionsentscheidungen an die "konventionelle" Union Investment ausgelagert. So kam es, dass die Bank die ihnen anvertrauten Gelder versehentlich in Verhütungsmittel (eigentlich ein Negativkriterium der katholischen Bank), Rüstung und Tabak leitete. Diesen Fehler versprach die Bank jedoch umgehend und ohne Unannehmlichkeiten für ihre Kunden wieder gut zu machen [12].

Möchten Sie also die tatsächliche Nachhaltigkeit Ihrer Geldanlage überprüfen, können Sie:
  • sich an Tests und Ratings von unabhängigen Organisationen wie Ökotest orientieren [13].
  • recherchieren, wie lange sich die Bank bereits im sozial-ökologischen Bereichen engagiert. Dies gibt darüber Auskunft, wie viel Erfahrung und Netzwerke sie in dem Bereich hat.
  • recherchieren, was für eine Reputation die Bank hat: Ist sie z.B. von glaubwürdigen Organisationen ausgezeichnet worden?
  • die angegebenen Nachhaltigkeitskriterien eigenhändig unter die Lupe nehmen.
  • sich im folgenden Kapitel schlau machen.

3 Unsere Empfehlungen

3.1 Banken


Die GLS Bank ist die größte Nachhaltigkeitsbank in Deutschland. Zur „Bank des Jahres 2010“ wurde sie von über 30.000 Lesern der Börse online gewählt. 1974 als Genossenschaft gegründet, bietet die GLS Bank heute neben Geldanlagemöglichkeiten wie Sparplänen oder Tagesgeld auch Girokonten, Investmentfonds, Beteiligungen, Altersvorsorge und Vermögensmanagement an. Bei der GLS Treuhand können Sie auch einfach Geld verschenken oder in Stiftungen geben. Die GLS Bank finanziert freie Schulen und Kindergärten, regenerative Energien, Wohnprojekte und nachhaltiges Bauen, Unternehmen aus der Biobranche und dem Kulturbereich. In der hauseigenen Zeitschrift „Bankspiegel“ veröffentlicht die GLS Bank dreimal jährlich alle Kreditnehmer mit Namen, Zweck der Kreditaufnahme und Höhe des Kredits. Ökotest bezeichnet diese Transparenz als vorbildlich [14].

Die Triodos Bank ist die größte Nachhaltigkeitsbank in Europa. Sie wurde von der Financial Times zur „Sustainable Bank of the year 2009“ gewählt. 1980 in den Niederlanden gegründet, bietet die Triodos Bank heute in fünf europäischen Ländern ihre zahlreichen nachhaltigen Finanzprodukte an. Seit 2009 hat die Triodos Bank ihre Tore auch in Deutschland geöffnet und bietet hier Tagesgeld, Sparpläne und Kreditkarte an, für Geschäftskunden auch ein Girokonto. Das Girokonto für Privatkunden ist für 2012 geplant, Wertpapiere gibt’s ab dem Sommer 2011.
Die Triodos Bank finanziert ausschließlich ökologische, kulturelle oder soziale Projekte und Unternehmen wie zum Beispiel Bio-Bauern, Fairen Handel, erneuerbare Energien oder Kindergärten. Die Kreditnehmer werden auf der Website mit Namen, Geschäftszweck und Zweck der Kreditaufnahme vorgestellt. Auf der internationalen Website der Triodos Bank können Sie auf einer Landkarte nachvollziehen "where your money goes". Auch die Transparenz der Triodos Bank wurde von Ökotest als vorbildlich bewertet [15].


3.2 Investition


Neben obigen Banken empfehlen wir folgende lokale Initiative. In räumlicher Nähe der Grünen Verantwortung agiert die BürgerEnergieGenossenschaft, die wir persönlich kennen und deren Engagement wir schätzen. Sie bietet eine langfristige Investitionsmöglichkeit für Klimaschützer im Ennepe-Ruhr-Kreis und in Hagen. Mit Ihrer Investition erwerben Sie zudem Genossenschaftsanteile an der BürgerEnergieGenossenschaft und erhalten dabei Mitbestimmungsrecht. So fördern Sie den Ausbau der Erneuerbaren Energien in dieser Region – und können diesen vor Ort nachvollziehen.


3.3 Beratung und Information


Sicher haben viele mit einer geplanten Geldanlage ein besseres Gefühl, nachdem sie sich umfassend haben beraten lassen. Als Finanzberater in der nachhaltigen Szene haben sich neben anderen folgende Einrichtungen etabliert: Weitere Informationen zur eigenen Recherche finden Sie auf folgenden Portalen:



4 Hintergrund

4.1 Die Funktion des Geldes


Statt unsere Waren miteinander zu tauschen, wie die Menschen früher, haben wir uns auf eine Tauscheinheit geeinigt, die nicht verschimmeln oder schlecht werden, die man leicht transportieren und mit der man leicht rechnen, d.h. Preise vergleichen kann; das Geld. Viele Arten des Geldes wurden an verschiedenen Orten der Welt ausprobiert – von speziellen Muscheln über pures Gold bis zu unseren heutigen schwer fälschbaren Münzen und Scheinen. Dieses Geld erleichtert uns unsere Tauschaktionen. Wenn ich Radieschen kaufen möchte, muss ich keinen Bauern oder Händler ausfindig machen, der Radieschen hat UND der zudem etwas braucht, das ICH ihm bieten könnte. Ich kann dem Bauern oder seinem Händler einfach Geld für die Radieschen geben. Mit dem Geld kann sich der Bauer bzw. der Händler später von irgendjemand anderem kaufen, was er gerade braucht.
Geld sollte uns das Leben leichter machen, als simples Instrument für Tauschaktionen – deswegen haben unsere Vorfahren es erfunden.


4.2 Streumunition durch deutsche Gelder


Ein 10-minütiger Monitor-Bericht vom 29.07.2010 zeigt, wie deutsche Banken und Versicherungen in Hersteller von Streumunition investieren: www.youtube.com/... JT0A.





5 Meinungen und Kommentare


Vorname
Nachname
Email-Adresse
 
Ihr Kommentar
  


Dietrich Weinbrenner schrieb am 09.05.2012:

Ich finde das Thema "ethische Geldanlagen" sehr wichtig - die meisten Menschen machen sich keine Gedanken darüber, was ihre Bank mit ihrem Geld macht. Dabei geht es nicht nur um Geldanlagen, sondern auch um das ganz normale Giro-Konto. Ich fände es schön, wenn Sie bei Ihren Empfehlungen auch auf die ökumenische Entwicklungsgenossenschaft "Oikocredit" hinweisen. Sie ist vor über 30 Jahren im Rahmen des Ökumeischen Rates der Kirchen gegründet worden und vergibt Kredite an Genossenschaften und an nicht kreditwürdige Menschen (Mikrokredite). Für Menschen, die mit ihrer Geldanlage einen entwicklungspolitischen Akzent setzen möchten, ist dies die Alternative. www.oikocredit.org Viele Grüße


Antwort zum Kommentar von Dietrich Weinbrenner:

Hallo Herr Weinbrenner! Uns ist bewusst, dass es eine vielzahl empfehlenswerter Banken und Kreditinstitute mit individuellen Ursrüngen, Schwerpunkten und Vor- wie auch Nachteilen gibt. Daher beschränken wir uns mit unseren Empfehlungen auf sehr wenige Banken und liefern mit dem Text eher die Möglichkeit Banken selbst zu hinterfragen. Nichts desto trotz scheint es sinnvoll, alternative Angebote wie die "Oikocredit" in einer Tabelle aufzuführen. Wir werden diesen Punkt bei der kommenden Überarbeitung der Texte berücksichtigen. Vielen Dank für Ihren Kommentar.






6 Quellen und Hinweise


1 Die Zeit (30.09.2010): Das Gleiche in Grün. Von Nadine Oberhuber, S. 39

2 www.banksecrets.eu (2010) - Initiative von Urgewald e.V., Friends of the Earth France, Setem Madrid u.a. www.banksecrets.eu/... Deutsche Bank, abgerufen am 21. Nov 2010

3 Monitor – Magazin des ARD (29.07.2010) www.wdr.de/... 100729.php5, abgerufen am 21. Nov 2010

4 www.banksecrets.eu (2010) - Initiative von Urgewald e.V., Friends of the Earth France, Setem Madrid u.a. www.banksecrets.eu/#/de/Banken/Deutsche Bank, abgerufen am 21. Nov 2010

5 www.banktrack.org (2010)
www.banktrack.org/... uranium_mine, abgerufen am 21. Nov 2010

6 www.banksecrets.eu (2010) - Initiative von Urgewald e.V., Friends of the Earth France, Setem Madrid u.a. www.banksecrets.eu/#/de/Banken/ING, abgerufen am 21. Nov 2010

7 www.banksecrets.eu (2010) - Initiative von Urgewald e.V., Friends of the Earth France, Setem Madrid u.a. www.banksecrets.eu/#/de/Banken/AXA, abgerufen am 21. Nov 2010

8 ECOreporter.de – Magazin für nachhaltige Geldanlage (2008): Grüner Zins auf dem Konto. Und was nutzt das der Umwelt, bitteschön?, Ausgabe 1/2008, S.50ff

9 www.banksecrets.eu (2010) - Initiative von Urgewald e.V., Friends of the Earth France, Setem Madrid u.a. www.banksecrets.eu/#/de/Banken/Deutsche Bank, abgerufen am 21. Nov 2010

10 Börse online (02.12.2010): Rendite ohne Reue. Von Reim, Martin/ Kremer, Dennis, S. 16-21. UND Die Zeit (30.09.2010): Das Gleiche in Grün. Von Nadine Oberhuber, S. 39

11 Wikimedia Foundation Inc. (28.10.2010): Noa bank.
http://de.wikipedia.org/wiki/Noa_bank, abgerufen am 12.12.2010

12 n-tv (01.08.2010): Verhütungsmittel, Rüstung, Tabak. Pax-Bank tut Buße. http://www.n-tv.de/wirtschaft/Pax-Bank-tut-Busse-article443670.html, abgerufen am 12.12.2010

13 Ökotest Ratgeber Rente, Geld, Versicherungen (2010): Wo Ihr Geld in guten Händen ist, S. 21-33

14 Ökotest Ratgeber Rente, Geld, Versicherungen (2010): Wo Ihr Geld in guten Händen ist, S. 31

15 Gabler Wirtschaftslexikon (2004), 16. Auflage: Bank, S. 300





7 Autor


Maren Weber hat an der Universität Witten Herdecke Wirtschaftswissenschaften studiert und arbeitet seit letztem Jahr bei der Triodos Bank in Frankurt. Seit ich Maren kenne verschreibt sie sich ehrgeizig der Nachhaltigkeit, ob in studentischen Initiativen, ihrer Diplomarbeit, in Praktika oder jetzt im Berufsleben.
Schön und gut sie dabei zu haben.



 
© td | impressum